Verliebt, Verlobt, Verplant? Folge 001 – Interview mit Hochzeitsplanerin Katrin Glaser

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Verliebt, verlobt, verplant?

by Markus Rosenbaum

Episode 1: Interview mit Hochzeitsplanerin Katrin Glaser

Intro: Ich begrüße dich herzliche bei der ersten Episode von „Verliebt, verlobt, verplant“, heute mit Katrin Glaser, Inhaberin der Agentur „Sagt Ja“. Die Agentur „Sagt ja“ steht seit über 14 Jahren für kreative und individuelle Hochzeitsplanung. Katrin Glaser ist Inhaberin, Kopf und Herz des Unternehmens. Sie plant Hochzeiten die einfach nur glücklich machen und steht Kopf für ihr Business und alle Brautpaare. Immer auf der Suche nach neuen Impulsen ist sie außerdem Initiatoren des Labels Rhein-Weiß und Mitorganisatorin des deutschen Hochzeitskongresses.

MR: So hallo liebe Katrin.

KG: Hallo lieber Markus.

MR: Ich freue mich sehr, dass Du meine erste Interviewpartnerin bist hier in dieser ersten Episode von „Verliebt, verlobt, verplant“. Ich habe ja hier gerade schon ein kleines Intro gegeben, aber erzähl doch mal wie Du überhaupt an das ganze Thema Hochzeitsplanung gekommen bist und was Dich nach wie vor so daran begeistert.

KG: Ich mach das schon sehr lange. „Sagt Ja“ gibt es seit 2002. Eigentlich habe ich was ganz anderes gelernt. Ich habe vor vielen Jahren Musik studiert, war Opernsängerin, war auch lange am Theater, habe mein Studium mit Hochzeiten finanziert, heisst, war jeden Samstag Nachmittag auf irgendeiner Hochzeit in irgendeiner Kirche hier in NRW und abends meistens noch auf irgendeiner Party und dachte immer: Boah wie langweilig. Es sieht alles gleich aus, es ist irgendwie alles ein Style, es ist total unpersönlich und so kam mir dann parallel zur Veränderung im Kulturbetrieb in Deutschland die Idee, dass wär´s: Hochzeitsplanung. Das brauch die Welt eigentlich. Da gab es das aber fast noch gar nicht in NRW und alle haben mich hier ausgelacht was ich für ein Vorhaben habe: „Wer braucht das denn??? Ne Hochzeitsplanung.“ Ja. Und inzwischen gibt es uns 14 Jahre und wir sind glücklich und können auch ganz gut davon leben. Es macht sehr viel Spaß nach wie vor.

MR: Also Du warst praktisch für NRW, oder auch deutschlandweit eine der Ersten.

KG: Genau.

MR: Ok. Sehr interessant. Mich interessieren ja immer so ein bisschen Geschichten zu Hochzeiten und auch zu Deinem Job. Erzähl uns doch mal eine Geschichte wie Du eine schwierige Situation auf einer Hochzeit hast retten können. Wahrscheinlich gab es da einige, oder?

KG: Wobei ja na klar. Schwierige Situationen gibt es immer. Wir versuchen natürlich, wenn Du viel Erfahrung hast, gewisse Dinge einfach immer zu vermeiden und es gar nicht so weit kommen zu lassen aber trotzdem passieren Dinge und dann musst Du retten. Ad hoc fällt mir ein: Auffahrunfall A4 Hochzeitstorte in meinem Kofferraum, 38 Grad im Schatten (Seitdem transportier ich übrigens keine Torten mehr), aber was mir dann auch im Rahmen dieser Panik einfiel war, dass ein Konditor in dieser Location mal gearbeitet hat und dessen Nummer hatte ich noch und den hab ich angerufen und der hat dann quasi an der Location schon auf mich gewartet und hat mir geholfen dieses Ding zu flicken mit all seinem Equipment und man hat nichts mehr gesehen hinterher. Wir haben es zwar dem Paar gesagt, die mussten auch nichts bezahlen, aber wir konnten es retten. Oder ein anderes mal (Du musst halt echt immer improvisieren in meinem Job) da hat das Brautpaar gedacht die Kinder kommen nicht mit aus der Familie und sie kamen alle doch mit und hatten keine Sitzplätze, es gab keine Tische, keine Stühle, kein gar nichts und es gab auch nicht die Möglichkeit in dieser Location Tisch und Stühle zu organisieren. Ich hatte aber noch die Fleece-Decken, die eigentlich abends als Kälteschutz gedacht waren und paar Kissen im Auto und dann haben wir halt gesagt: OK. Picknick für alle Kinder und keiner hat wirklich gemerkt, dass das wirklich Impro war. Jeder dachte: Hey coole Idee, dass die Kinder keinen Tisch haben, sondern hier nett picknicken dürfen und es ist halt; Du sammelst Know How im Laufe der Jahre wie Du gar nicht erst Situationen aufkommen lässt. Wir haben immer Malerplanen dabei; wenn das Wetter eigentlich gut angesagt ist und dann trotzdem ein kurzer Schauer kommt und Du hast halt die Hussen schon auf den Stehtischen oder auch auf den Sitzplätzen Kissen und so kannst Du halt wirklich schnell die Planen ziehen und zack kurzer Schauer, Plane nasse, Plane weg und drunter trocken und es kann weitergehen. Notfallkoffer immer alles dabei was man brauchen kann. Also Du lernst auch, gewisse Dinge zu vermeiden und Dich zu schützen. Aber irgendwas ist immer und da musste dann halt schnell sein und Dir was einfallen lassen und gucken wie Du es rettest. Aber es ist Teil unserer Arbeit und das macht natürlich auch Teil der Spannung aus.

MR: Ok also tatsächlich alles ausführlich planen und vielleicht schon Plan B oder sogar Plan C im Hinterkopf haben und den dann ziehen wenn er zum Einsatz kommen muss oder dann sogar spontan vor Ort einfach Lösungen finden.

KG: Genau.

MR: OK.

KG: Gut und quer denken.

MR: Katrin was sind aus Deiner Sicht die Top-Gründe warum sich ein Hochzeitspaar einen Hochzeitsplaner erstmal grundsätzlich nehmen sollte.

KG: Ich glaube, dass ein Paar was sich eine wirklich individuelle und detailverliebte Hochzeit im gewissen Ausmaß wünscht, kommt gar nicht vorbei an einer professionellen Begleitung egal in welcher Form, sei es durch einen Planer oder durch einen Full-Service-Catering, oder einfach Leute, die wissen was sie da tun und es beruflich machen, weil in dem Moment wenn Du sagst, Du gibst das nicht ab, heißt das, dass es eigentlich Familie, Freunde und Trauzeugen machen müssen und die sind heillos überfordert und überlastet. Das bedeutet ja, dass sie diesen Tag nicht erleben können, weil sie 40 Dinge gleichzeitig machen müssen und auch im Vorfeld Aufbau oder Abbau, Ansprechpartner, Handling; das führt auf jeden Fall irgendwo zu einer Spannung und zu einem Stressmoment den man mit einem Profi absolut vermeiden kann. Abgesehen davon dass wir ganz genau wissen wen gibt es hier in der Umgebung an Dienstleistern, wer ist uneingeschränkt empfehlenswert; wer kann die Vorstellungen und Wünsche der Paare 1 zu 1 umsetzen. Das ist ja auch bei jedem Paar wenn man ehrlich ist jemand anders: Der eine träumt von nem kunstvollen 5-stöckigen Designertortending und der nächste sagt, er möchte lieber so ein Naked-Cake, der aussieht wie selbstgebacken. Natürlich kommen da zwei verschiedene Konditoren in Frage und diese Suche kann halt wahnsinnig ermüdend sein. Allein die Suche nach der richtigen Location macht die Paare ja teilweise fertig. Da verlieren die Paare ja meist schon die Lust einfach weiterzumachen, weil sie einfach keinen Ort finden, wo sie finden: Das passt! Und wir kennen hier so ziemlich jedes Loch sag ich immer, so Großraum NRW. Wir kennen jeden DJ, jeden Konditor, jedes Cateringunternehmen und wir wissen ganz genau: Da sind die stark und das passt. Da kannst Du Zeit sparen. Und durch die Zeit kannst Du auch Nerven sparen und Geld an manchen Stellen mit Sicherheit auch.

MR: Absolut. Also das nur als Randbemerkung. Ich freu mich immer sehr auf Hochzeiten, die ich mit Katrin umsetze, weil ich dann ganz häufig in Locations lande (und ich lege auf wirklich vielen Hochzeiten auf), die ich vorher noch nie gesehen habe. Also es ist wirklich Wahnsinn, was Ihr da für ein Fachwissen über die Jahre und ein Know-How angesammelt habt und das ist sicherlich an erster Stelle das Wichtigste. Eine Location die zum Paar passt, die auch zum Budget passt, etc., neben den 100.000 Sachen die Ihr auch noch macht. Du hattest eben die verschiedenen Dienstleister angesprochen, die Ihr alle kennt und die Du vorselektierst sozusagen für die Paare. Führst Du dann letztendlich die Gespräche mit den Dienstleistern gemeinsam mit dem Paar oder läuft das meistens so, dass Du praktisch den Kontakt herstellst und dann der Austausch zwischen Brautpaar und Dienstleister direkt stattfindet.

KG: In manchen Bereichen so und in manchen Bereichen so. Also alles was planungs- ablaufs- und stylerelevant ist, begleite ich. Ich geh auf jeden Fall mit zum Caterer, mit zum Floristen, mit zum Konditor. In allen Punkten wo es darum geht: Es muss 100%ig laufen, es muss alles durchdacht sein. Es sind Fragen die müssen angepasst werden und es geht um die Gestaltung und den Style. Ich klink mich auch immer in die Papeteriegeschichte mit ein um sicher zu gehen, da bleibt keine Info vergessen und das passt genau zum Thema und zum roten Faden den das Paar sich wünscht. Genauso Dekokonzeptentwicklung, etc. Aber ich muss jetzt nicht mitgehen, bei den Dienstleistung wo es lediglich um ein Kennenlernen und Sympathie geht, weil die Dienstleister, die ich empfehle, die kenne ich ja alle sehr gut. Das heißt ich muss jetzt nicht daneben sitzen, wenn das Paar sich mit Dir zum Beispiel trifft, als DJ, weil ich weiß: Ok das ist jetzt nur noch ne Frage; mögt ihr euch oder auch zum Fotografen oder zum freien Trauredner, da muss ich jetzt nicht daneben sitzen, weil da geht es ja nun direkt um persönlichen Austausch, der für mich nicht planungsrelevant ist. Aber selbstverständlich später nehme ich die Fäden auf, jeder Dienstleister bekommt ein Briefing und kriegt den genauen Ablauf, der weiß dann ganz genau: Das passiert dann und dann und darauf muss ich achten. Da klink ich mich dann wieder ein.

MR: Und Du oder eine Mitarbeiterin deines Teams sind dann auch immer am Tag selber anwesend?!

KG: Wir sind komplett den ganzen Tag vor Ort, immer und auch unbedingt, weil nur dann können wir unsere Arbeit zu 100 Prozent leisten. Wir machen auch immer den kompletten Aufbau, den kompletten Abbau, damit das auch stressfreier rundum.

MR: Ok. Wir hatten eben schon mal das Thema Plan B angesprochen. Ich war letztes Jahr auf einer Sommerhochzeit auf einem Bauernhof und es war absolut traumhaft und morgens um 5 habe ich die Braut angesprochen: Du hör mal, was wäre eigentlich euer Plan B gewesen wenn das Wetter nicht so gewesen wäre? Wie gesagt, es war alles perfekt…

KG: Was hat sie geantwortet?

MR: Ja sie sagte: wir hatten keinen Plan B.

KG: Ich höre so was privat immer wieder, finde ich wahnsinnig mutig, aber ganz ehrlich: Kann man eigentlich nicht machen. Guck dir mal die Freitage und Samstage im Sommer oder in den Sommermonaten an, an denen es tatsächlich nicht regnet, statistisch betrachtet. Da ist die Chance auf einen trockenen Samstag echt nicht so hoch. Es steht und fällt der Erfolg mit so einem Fest. Mal dir dein Sommerfest mal aus bei Regen – will man nicht. Ich finde der Plan B ist wahnsinnig wichtig und ich erlebe immer wieder, dass sich Paare am Anfang dagegen sperren und so Sätze fallen wie: Oh wenn wir heiraten dann regnet es auf gaaar keinen Fall. – Ja… wünschen wir uns alle, dass das so ist, aber es muss genau deshalb den Plan B geben. Wenn der Plan A passt super, aber der Plan B muss mindestens genau so gut sein wir Plan A, damit Du keine enttäuschten, langen Gesichter am Hochzeitsmorgen hast. Das Paar muss ganz genau wissen: Ok es sieht so 50/50 aus, jetzt passiert das das das und das sollte man auch direkt bei der Locationsuche berücksichtigen. Also ich habe Personenzahl X. Das heißt jetzt nicht unbedingt, dass ich nochmal die Quadratmeterzahl brauche, die ich für die Feier brauche, aber ich brauch auf jeden Fall die Möglichkeit die unterzubringen, trocken, warm, mit Stehtischen mindestens, vielleicht auch ein paar Sitzgelegenheiten, wenn ältere Gäste dabei sind. Muss man immer berücksichtigen und dann eben auch das Programm anpassen. Es macht keinen Sinn bei einer reinen engen Stehparty die Hochzeitstorte mit dem Kuchenbuffet aufzubauen. Es klappt einfach nicht. Das heißt der Plan B muss realistisch sein und in Ruhe gut durchdacht, so dass auch wirklich gar keine Enttäuschung aufkommt und den sollte man dann noch so ein bisschen pimpen, damit es dann auch schön und gemütlich wird. Kerzen, schöne Kuscheldecken, mehr Blumen, Atmosphäre die man dann halt schafft um das was der blaue Himmel an dem Tag nicht hinkriegt zu puffern.

MR: Super. Wertvolle Tipps. Absolut. Ich bekomme ja immer nur das Endergebnis mit und wahrscheinlich habe ich schon oft mit dir auf einer Hochzeit Plan B. mitbekommen und der dann immer noch wie Plan A rüberkam.

KG: Dann haben wir alles richtig gemacht.

MR: Du erlebst wahrscheinlich sehr sehr unterschiedliche Hochzeiten auch was das Budget angeht. Logischerweise sind die Budgets da sehr sehr unterschiedlich. Nimm jetzt mal ne Hochzeit (ganz grob gesprochen) für 10.000 Euro, für 50.000 Euro und für 100.000 Euro. Wo sind die entscheidenden Unterschiede, wenn man diese 3 Budgets überhaupt vergleichen kann und hast Du vielleicht auch spezielle Tipps bei knappen Budgets.

KG: Ist natürlich schwer. Klar die Budgetunterschiede, die du genannt hast, sind enorm. Erstmal vorab: Ich finde der Erfolg einer Hochzeit ist nicht budgetabhängig. Also ich habe wahnsinnig tolle Hochzeiten mit ganz knappen Budget erlebt, aber da ging es sowas von ab weil die Leute so viel Liebe und Freude in dieses Fest reingebracht haben und das Paar das dann mit den Gästen auf dem Fest das gespiegelt hat. Das muss nicht budgetentscheidend sein. Ich hab Riesenbudgets erlebt, wo alles sehr förmlich und steif zuging. Also das heißt, es ist immer Gästeabhängig. Also 10.000 Euro was du gerade genannt hast, da kannst du also wirklich nicht viel mit machen. Weil davon geht ein Großteil schon mal für die Dienstleister, die unverzichtbar sind drauf und das ist in jedem Fall eben auch ein guter Fotograf – da würde ich nie drauf verzichten – und ein guter DJ, bzw. gute Musiker. Weil das ist ja das was so ein bisschen Stimmung gibt und das ganze festhält – dann brauchst du aber noch den Ort. Getränke, Service, Ausstattung, Essen und da kannst Du gar nicht dran sparen. Das ist so ein fester Grundstock. Der ist auch nicht variabel. Das sind halt Kosten die da sind. Das heisst, die einzige Chance um am Budget zu schrauben, die du hast, ist: Personenzahl, die Dauer der Veranstaltung und dein genereller Anspruch. Das sind so die 3 Stellschrauben wo man kritisch hinschauen muss und dann muss man überlegen: Ok wenn ich nur 10.000 Euro hab, muss ich mich wahrscheinlich zwingen definitiv weniger Leute einzuladen. Oder anders umdenken. Das man halt nicht High End ansetzt, sondern vielleicht sagt: OK. Vielleicht gibt es einen Garten im Bekanntenkreis und wir stellen da einen Grill auf, Foodtruck und es gibt halt ein Fässchen Bier. Also man muss dann halt anders ran gehen. Man kann dann nicht so einen hohen Anspruch haben. Klar bei so Hochzeiten mit nem 50.000 oder 100.000 Euro Budget, kannst Du aus den Vollen schöpfen, musst nicht wirklich drüber nachdenken und kannst Dir überall das Schönste aussuchen, zumindest bei ner moderaten Personenzahl. Aber ich kann das verstehen, dass Paare dann irgendwann so eine moralisch ethische Grenze haben, über die sie nicht gehen wollen, weil es einfach zu viel Geld ist, was sie in diesen Tag investieren. Ich kann das persönlich auch sehr gut nachvollziehen. Aber für uns als Planer ist es natürlich toll, wenn Du ein großes Budget hast. Aber nur ein Kleines heißt nicht, dass es weniger schön sein muss – nur anders.

MR: OK. Klasse. Ja wir hatten ja Eingangs gesagt, Du gehörst ja wirklich zu den Hochzeits-Dinos. Wenn Du jetzt mal wieder eine Hochzeit vergleichst – ganz grob – vor 10 Jahren, vor 5 Jahren und eine in dieser Saison. Was sind grundsätzliche Dinge, die sich verändert haben. Ich meine jetzt weniger die Optik, sondern hat man vor 10 Jahren, vor 5 Jahren auf andere Dinge wert gelegt oder andere Prioritäten gesetzt als heute?

KG: Ganz klar. Also vor 10 Jahren oder damals sogar vor 14 war es so, dass Du eigentlich bei einem Hochzeitsfest gezielt dir Positionen ausgesucht hast und die mussten gut sein und es gab diese Form von Corporate Wedding Design, die jetzt selbstverständlich ist, wo alles zusammenpasst und alles extrem individualisiert ist, das gab es damals natürlich nicht. Es waren einfach schöne Feste, die gut geplant waren und wenn überhaupt gab es ein Farbkonzept und auch ganz andere Vorlaufzeiten. Da fing die Hochzeitsplanung maximal ein halbes Jahr vorher an. Da kamen die Heiratsanträge über Weihnachten, Neujahr, im Januar hast Du angefangen die Locations anzurufen und im Mai, Juni wurde geheiratet. Da kannste jetzt laut lachen. Das funktioniert heute einfach nicht mehr, weil der Vorlauf sich wirklich mehr als verdoppelt bis verdreifacht hat. Die Paare kommen inzwischen zu uns, oft 1,5 Jahre im Voraus manche auch 2 Jahre im Voraus. Im Schnitt mindestens ein Jahr und diese Zeit brauch es halt auch. Also die Vorlaufzeiten haben sich enorm verändert und eben auch dieser Trend der Individualisierung, den ich auch sehr schön finde, macht es aber natürlich auch sehr aufwändig. Das heißt die Hochzeiten heute sind alle sehr detailverliebt. Du achtest darauf, dass jeder Part zum anderen wirklich passt und das alles aufeinander abgestimmt ist. Damit mein ich jetzt nicht nur farblich, sondern wirklich auch inhaltlich. Es ist eine Art Grundstimmung die Du Fest gibst, ohne dass es ein Motto sein muss. Aber es ist einfach ne Gesamtgestaltung und die hat den Aufwand der Hochzeiten hier in unserer Agentur auf jeden Fall enorm verändert und damit natürlich auch die Vorlaufzeit parallel und das komplette Konstrukt des Festes, das jetzt ein anderes ist, als es noch vor 10 oder 15 Jahren war. Ich bin mir ganz sicher, dass das nicht nur bei uns in der Agentur so ist, sondern so wie ich die Branche von außen betrachte genau so. Die Paare haben den Anspruch IHR Fest zu feiern und nicht irgendeins.

MR: Und tatsächlich wir haben jetzt eine Hochzeit vor 10 und vor 5 Jahren mit heute, ich nehme es so wahr, dass die Dynamik von Jahr zu Jahr eine deutlich steigende ist. In den letzten 3 Jahren hat sich das nochmal enorm entwickelt. Auch was Vorlaufzeiten, etc. angeht.

KG: Es liegt natürlich auch daran; die Paare haben viel mehr Zugriff auf Medien, die dieses Thema behandeln. Früher gab es nur das ein oder andere Magazin. Inzwischen gibt es eine größere Auswahl. Du hast unheimlich viele gute Blogs, die Du nutzen kannst. Du kannst Tools wie Pinterest nutzen. Du bekommst so viel Inspiration. Und die Paare bekommen natürlich ein viel konkreteres Bild von den Möglichkeiten, die sie haben für ihr Fest. Weil meistens sind die Paare ja zum ersten Mal an dem Punkt, dass sie heiraten wollen und vielleicht hat im Freundeskreis noch nicht so viel stattgefunden und dann war früher dieses: Naja, wir machen das mal! Und jetzt ist es aber so, u gräbst dich 2 Nächte lang ein und schon bist Du überfordert im Word Wide Web.

MR: Lustig. Du greifst ein bisschen vor. Ich wollte nämlich gerade mit dir so ein kleines „Frage und Antwort Spiel“ machen. Ich stell Dir einige schnelle Fragen, was nicht heißt, dass du nicht ausführlich antworten darfst, da wo du nicht mit 1 bis 2 Wörtern antworten willst. Direkt die Frage auf die du eben schon anspieltest: Was ist DIE Quelle deiner Inspiration? Pinterest oder Instagram?

KG: Ich nutze beides, aber ich nutze es nicht unbedingt als Inspiration, sondern ich würde eher sagen als Arbeits-Tools. Also vor allem Pinterest kann man super als Pinnwand nutzen, sowohl um Kunden zu informieren über den Stand den man sich vorstellt, als auch um die Dienstleister ins Boot zu holen, damit das alles angepasst wird und wirklich aufeinander passt. Man kann es natürlich beides als reine Inspirationsfläche nutzen. Ich persönlich bevorzuge mehr aus dem Hochzeitsbusinesstellerrand hinauszuschauen, weil das mir mehr gibt. Ich reise, ich geh raus in die Natur, ich schau mich um: Was passiert im Design, in der Mode, in der Architektur. Wo entwickeln sich da die Trends. Das finde ich interessanter als bei Pinterest Wedding zu googlen und zu sehen was alle schon gemacht haben. Ich will ja Dinge anders sehen und anders betrachten und deshalb finde ich es immer interessanter die Inspiration aus Bereichen zu holen, die gar nicht so verknüpft sind mit dem Thema. Also das ist meine Art und Weise mir Inspiration zu holen. Aber ich erleb sehr wohl gerade auch bei unseren Bräuten, dass die fast alle Pinterest nutzen um sich ein Bild ihrer Feier zu machen.

MR: Das World Wide Web mal außen vorgelassen; gibt es einen heißen Buchtipp aus deiner Sicht für die planende Braut?

KG: Es gibt mittlerweile wirklich viele schöne Bücher. Da hat sich echt was getan. Ich hab zufällig vor einigen Wochen auf „Fräulein K. sagt ja“ und da gibt es ja einen Shop und Katja hat da tolle Bücher gesammelt. Ich fand zum Beispiel echt gut das Hochzeitsbuch von Nicola von „Verrückt nach Hochzeit“ mit der Julia von „Ein Stück von Glück“ oder auch das Hochzeitsbilderbuch von der Katja Heil oder „Unser Tag“ (Susanne Radermacher und Katja Warders), oder auch die Hochzeitswahnbücher fand ich alle super. Ich find aber auch, wenn man Lust hat sich mit dem Thema zu beschäftigen, muss es ja gar nicht so ein gestaltetes Buch sein, könnte ja auch mal eine Auseinandersetzung mit Lob und Gesang auf die Ehe von Rafik Shahmi oder Liebesgedichte von Fried, Hesse, Rilke. Das ist ja alles Inspiration und kann einen so eingrooven auf das Thema.

MR: Wow. Das war jetzt ne Menge Input, für alle die, die eventuell hektisch mitgeschrieben haben: Ich pack das alles in die Shownotes inklusive Links zu sämtlichen anderen Blogs, Büchern, etc. Also ihr müsst hier nicht mitschreiben. Nur damit ihr auf jeden Fall die Tipps von Katrin umsetzen könnt bzw. damit ihr euch das alles anschauen könnt.

Katrin. Für welche Aufgaben sind die Trauzeugen aus deiner Sicht perfekt?

KG: Ich finde die sind super als Ansprechpartner für die Gäste im Vorfeld. Also schon in die Einladung gedruckt: Bei Fragen und evtl. Infos zu Beiträgen usw. weil die die Gäste gut einschätzen und zuordnen können und dann auch entscheiden können: OK. Wo ist jetzt ein kritischer Punkt und wo kann man laufen lassen. Wir sind auch immer sehr eng im Kontakt mit den Trauzeugen; das sorgt immer für einen guten Ablauf. Ich finde das immer eine schöne Sache so also vorgeschaltetes Ansprechsegment und dann am Hochzeitstag selbst finde ich es gut, wenn die nicht überfrachtet sind mit irgendwelchen Hilfsarbeiten, Aufbau hier und da, sondern wirklich an der Seite der Paare sein können um Ruhe zu geben, Stabilität zu geben, zu gucken: geht es Braut und Bräutigam gut, brauchen die vielleicht was; einfach direkt an der Seite und das sind gute Jobs. Genauso wenn sie sehen innerhalb der Familie gibt es ein Problem, was vielleicht ein externer Profi nicht lösen kann, da dazwischengeschaltet zu sein. Solche Parts finde ich wichtig. Also eher psychologisch stützende. Ich finde Trauzeugen sollte man nicht zu so Arbeitseseln machen.

MR: Hm. Aber tatsächlich diese Filterfunktion vorab finde ich halt sehr interessant weil es wahrscheinlich für die Braut und den Bräutigam schwierig ist, einfach bestimmte Programmbeiträge, oder wenn es einfach zu viel wird, sowohl Reden, Spiele, etc.. das praktisch das Brautpaar den Trauzeugen so in etwa den Rahmen nennt wie sie sich das vorstellen und das dann der oder die Trauzeugin diejenige ist, die dann sagt: Hey, das passt leider nicht mehr in den Zeitplan.

KG: Genau. Guter Filter sozusagen.

MR: Klasse. Was sind aus deiner Sicht die drei am häufigsten auftretenden Probleme am Tag der Hochzeit.

KG: Hmmmm. Das ist natürlich als Planer echt schwer zu beantworten, weil wir versuchen ja

genau solche Probleme zu vermeiden bei Veranstaltungen ohne Planer bekommen wir schon mit, dass der Plan B vernachlässigt wird immer wieder Thema ist. Also wir hören das dann, so wie du das gerade geschildert hast mit dem Sommerfest, dass das ein Problem ist. Die Sache die ich vielleicht noch so beobachte, ist, es gibt immer wieder Paare die es unter Stress nicht schaffen loszulassen und zu entspannen und das ist sehr schade, denn das kannst du nicht zurückholen. Also entweder du lässt los an dem Tag und genießt es oder es ist dann halt zu spät und wenn du das in so einer Kontrollfunktion den ganzen Tag beobachtest, dann verschenkst du ganz viele schöne mögliche Momente. Aber da kann man natürlich nur bedingt eingreifen von außen. Das ist so ein bißchen eine Typsache und eine Entscheidungssache die man so für sich selbst trifft. Dann: Man sollte auf jeden Fall gefeit sein und geschützt sein vor Regen und genauso vor Hitze. Also man sollte sich halt auch überlegen was passiert wenn es besonders heiß ist oder wenn es besonders kalt ist; was passiert wenn es nass wird. Manchmal sind Eltern ein bisschen unterfordert und überfordert gleichzeitig an so einem Tag. Wenn man weiß, dass das ein Problem ist, sollte man gucken wie bekommt man die abgeholt und integriert. Also welche Aufgaben kann vielleicht geben um auch das Nervenkostüm da ruhig zu halten damit es nicht an anderer Seite durchdreht. Aber es ist wirklich schwierig die Frage zu beantworten.

MR: Aber tatsächlich was bei mir absolut ankommt, ist das Thema „loslassen am Tag selbst“. Also alles detailliert planen macht total Sinn. Aber am Tag selbst dann aber lockerlassen und den Tag dann genießen. Ich selbst krieg das in meiner Funktion als DJ gar nicht so mit, weil meistens stoße ich dann erst so zum Essen [18:30] / [19:00] Uhr dazu. Aber es ist oft das was mir Fotografen zurückspielen, die halt sagen: Och ja. Erst ab einer gewissen Uhrzeit wurde das Paar dann so richtig locker und das spiegelt sich natürlich auch in den Fotos und den Gesichtern wieder. Deswegen, so weit man es beeinflussen kann, auf jeden Fall dann auf den Modus umstellen das ganze dann auch bestmöglich und so intensiv wie möglich zu genießen. Ok. Wir kommen noch mal kurz auf das Thema Inspiration zurück. Was sind die 3 Blogs bei denen du einfach regelmäßig vorbeischauen musst oder nicht musst, sondern du hast so ein Verlangen danach, dass du dir dieses Blogs auf Wochenbasis, wenn nicht auch täglich vorbeischaust.

KG: Oh das ist schwer. Es gibt mittlerweile wirklich eine Menge tolle Blogs. Also täglich nicht. Das schaff ich auch nicht, aber auf jeden Fall regelmäßig bin ich bei „Style me pretty“, bei „Magnolia Rouge“, bei „Green Wedding Shoes“ und bei „Rock´n´Roll Bride“. Aber du hattest nach dreien gefragt, oder? Waren 4. Egal. Zähl nicht mit. Es gibt aber im deutschsprachigen Bereich auch noch etliche wirklich Tolle. Aber das finde ich spannend.

MR: OK. Klasse. Die werde ich auf jeden Fall auch noch verlinken in den Shownotes. Gibt es tatsächlich auch noch eher technisch gefragt Tools, Apps, die du deinen Brautpaaren empfiehlst. Also sei es was die Planung der Gästeliste angeht; dass es da irgendwelche Online Tools gibt oder Apps um da die Übersicht zu halten?

KG: Gibt es. Ich fand die bloß alle bis jetzt nicht überzeugend. Das heißt in der Regel empfehle ich einen klassischen Ordner anzulegen oder ein Ringbuch. Ich empfehle auf jeden Fall Pinterest zu nutzen. Weil es ist einfach als Pinnwand und wenn man es streng für die Kontrollinstanzen benutzt um sicher zu sein, dass die Parts, die man ausgesucht hat auch wirklich zusammenpassen, wichtig. Aber ich empfehle auch immer Pinterest nicht nur so zu nutzen, dass man die Pinterestbilder sucht und pinnt, sondern auch die eigenen Sachen abfotografiert und hoch lädt um es auf die gleiche Pinnwand zu integrieren um auf einem Blick das Gesamtbild zu haben. Z. B. so mein Stoff zusammen mit dem Schuh fotografiert, passt das dann? Neben den Ausdruck auf der Papeterie der Menukarte. Du kannst es dann schön zusammen machen und parallel dazu immer noch ein altmodisches Noteboard. Ich finde die Haptik von Stoff und Textilien oder auch Papier, die kann halt digital nicht ersetzt werden. Und das ist ja auch Teil eines Arrangements. Und insofern empfehle ich auch immer: klebt, macht, tut, heftet, was auch immer. Es funktioniert auch auf diese Art und Weise. Also ich würde es immer parallel angehen. Ich würde es aber immer emotional angehen. Nie nur technisch.

MR: OK. Ich weiß du bist sehr musikaffin und als DJ muss ich die Frage sowieso stellen: Auf deiner eigenen Hochzeit, würde sie denn noch kommen (ich weiß, dass dem nicht so ist, weil du die schon hinter dir hast), aber welcher Song oder welche Songs dürften auf gar keinen Fall spontan fehlen?

KG: Auf jeden Fall „Liebesbrief“ von Thomas D.

MR: Großartiges Lied.

KG: Find ich auch.

MR: Verlinke ich natürlich auch, packe ich einen youtube – Link in die Shownotes. So wir kommen schon zur letzten Frage. Die ist aber aus meiner Sicht hochinteressant. Und zwar: (wieder imaginär): Du bekommst heute Abend einen Heiratsantrag von deinem Freund. Was regelst du in den nächsten 30 Tagen?

KG: Du hast gerade gesagt, du weißt, dass ich schon verheiratet bin. Trotzdem muss ich das beantworten?

MR: Deswegen imaginär!

KG: Ok. 30 Tage. Hängt natürlich davon ab, wann ich heiraten möchte. Ist das jetzt erst in 2 Jahren, kann ich entspannt 30 Tage atmen. Ist das jetzt innerhalb der nächsten 1 oder 1 ½ Jahre, sollten die großen Eckpfeiler stehen und da ich das ja leider weiß, würde ich mich schnell kümmern um Location; und das dauert und sobald die steht DJ, Fotograf und Musik in meinem Fall. Das wären die Sachen, die ich direkt regeln würde in den nächsten 30 Tagen und ich würde anfangen den Vorfreudeknopf auf „Dauer“ zu schalten. Das ist wirklich das allerwichtigste finde ich.

MR: Sehr gut. Ja das war reichlich interessanter Input. Für Paare, die sich das ganze jetzt angehört haben und deine Dienstleistungen interessant finden, wie kann man am besten mit dir in Kontakt treten?

KG: Ich liebe Emails. Man kann mich jederzeit anmailen und ich schreib in er Regel sehr sehr schnell zurück weil ich das einfach mag, weil du es auch direkt archivieren kannst. Das finde ich sehr praktisch, aber man kann mich selbstverständlich auch immer anrufen. Ich spreche auch gern mit einem Menschen und ich freu mich über jedes Paar, das sich auf das Abenteuer Hochzeit einlässt. Also meine Türen stehen weit auf.

MR: Klasse. Katrin. Vielen lieben Dank für das tolle Interview. Es war sehr nett und glaub ich mit viel wertvollem Input für alle Hörer und ich freu mich dich bald wieder auf einer Hochzeit zu treffen.

KG: Ja ich mich auch.

MR: Ciao

In dieser ersten Folge im Interview Katrin Glaser von Sagt-Ja

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Shownotes Katrin Glaser

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